Was macht ein gutes Leben aus?

Sind Leistung, Reichtum und Ruhm der Schlüssel zu einem erfüllten und glücklichen Leben?

Die wohl längste Harvard-Studie, die je durchgeführt wurde, hat Antworten darauf. Jetzt kommt es darauf an, was DU mit diesen Erkenntnissen machst! 

Die Fragestellung

Was wäre, wenn wir komplette Menschenleben beobachten könnten, wie sie sich über das ganze Leben entwickeln? Wenn es möglich wäre Menschen von ihrer Jugend bis ins hohe Alter studieren zu können, um herauszufinden, was uns wirklich gesund und glücklich macht?

Eine Harvard Studie, die 1938 ins Leben gerufen wurde und bis heute andauert, hat genau das untersucht!

Das Set-Up der Studie

Das Leben von 724 Männern wurde seit ihrem Teenager-Alter aufgezeichnet. Dabei bestand die eine Hälfte der Befragten aus Harvard Studenten, die andere Hälfte kam aus den ärmsten Bostoner Verhältnissen. Einmal pro Jahr wurden die Teilnehmer zu Hause besucht und nach ihrer Arbeit und ihrem Familienleben befragt. Auch alle ärztlichen Untersuchungsergebnisse flossen in die Studie ein.

Nach 75 Jahren, die noch lebenden Studienteilnehmer waren bereits in ihren 90gern, wurden sie immer noch zweimal jährlich befragt.

Kleiner Gag am Rande: die ursprünglich aus den armen Verhältnissen stammenden Teilnehmer fragten, was denn an ihrem Leben immer noch so interessant sei. Keiner der Harvard Absolventen stellte je diese Frage!

Die Studie läuft noch immer und hat bereits ihren 4. Direktor (Robert Waldinger). Mittlerweile werden auch die Ehefrauen, die es für dringend an der Zeit hielten, und mehr als 2000 Nachkommen befragt. Somit ist diese Studie die wohl längste Untersuchung, die je gemacht wurde.

Die Ziele der Generation Y

In einer Umfrage unter Millennials (die um die Jahrtausendwende geborene Generation) bezüglich ihrer Lebensziele gaben 80 Prozent der Befragten als Lebensziel REICHTUM an.
50 Prozent derselben Gruppe äußersten außerdem das Ziel BERÜHMT werden zu wollen, um glücklich und zufrieden zu sein.

Die Maxime der heutigen Arbeitswelt lautet immer mehr und härter zu arbeiten, um ein gutes Leben zu haben.

Inwieweit deckt sich das mit den Ergebnissen der Harvard-Studie?

Das Ergebnis der Studie

Gleich vorweg: REICHTUM, RUHM und immer härter arbeiten sind NICHT die Faktoren, die gesund und glücklich machen!

Unabhängig von der Gruppenzugehörigkeit kletterten einige die Erfolgsleiter nach oben (einer wurde Präsident der USA), andere nahmen den umgekehrten Weg. Die Teilnehmer repräsentierten alle Facetten beruflicher Karrieren, sowie Beispiele des Scheiterns.

Nach Auswertung aller „aufgezeichneten Menschenleben“ kamen die Forscher zu dem Schluss:

GUTE BEZIEHUNGEN HALTEN UNS GLÜCKLICHER UND GESÜNDER.

Drei wichtige Lektionen über Beziehungen

1.    Soziale Kontakte sind gut für uns, während Einsamkeit tötet.
Familie, Freunde und soziale Netzwerke tragen bei zu Glück, Gesundheit und einem längeren Leben.
Unfreiwillig einsame Menschen sind unglücklich, schneller krank, ihre Gehirnleistung lässt früher nach und sie sterben früher.

2.    Nicht die Anzahl (Menge) der sozialen Kontakte spielt eine Rolle, sondern die Qualität der Beziehungen. Gute und enge Beziehungen sind wichtig für uns. Konflikte machen uns krank. Selbst Krankheiten können zufriedene Menschen nicht erschüttern, während Einsame zusätzlich noch emotionalen Schmerz erleiden.

3.    Gute Beziehungen schützen nicht nur unseren Körper, sondern wirken sich auch auf unsere Gehirnleistung aus. Sich jemandem zugehörig zu fühlen und sich auf ihn verlassen zu können bewirkt, dass wir geistig fit und gesund bleiben. Wir behalten unsere Merkfähigkeit. Bei Einsamkeit erfolgt der Rückgang der Gehirnleistung sehr viel früher.

Fazit

Viele der Studienteilnehmer, glaubten als sie jung waren, genau wie die Millennials, dass Ruhm, Reichtum und hervorragende Leistungen der Schlüssel zu einem guten Leben seien. Doch die Studie zeigte, dass es denjenigen am besten erging, die in Familie, Freunde und die Gemeinschaft investierten. Eigentlich eine uralte Weisheit, aber warum tun wir uns so schwer damit? Weil wir Menschen sind. Weil wir schnelle Lösungen bevorzugen, die uns Glück und Zufriedenheit versprechen.

Beziehungen aufzubauen und zu pflegen ist anstrengend und manchmal auch kompliziert. Es ist weder sexy noch glamourös, sondern lebenslang und es hört nie auf. Und doch ist genau das der Weg zu einem glücklichen und erfüllten Leben.

Der Link zum Originalvortrag

Den Original-Vortrag von Robert Waldinger findest du auf TED talks – worth spreading ideas:

https://www.ted.com/talks/robert_waldinger_what_makes_a_good_life_lessons_from_the_longest_study_on_happiness